Mein Shootingtag in Freiburg – vom ersten Hallo bis zum Abendlicht
Wer noch nie vor meiner Kamera stand, rechnet oft mit Kommandos: hierhin stellen, Kinn hoch, lächeln. Tatsächlich packe ich die Kamera in den ersten Minuten kaum aus. Wir treffen uns irgendwo in Freiburg, vielleicht am Schwabentor oder unten am Dreisamufer, und reden erst einmal. Wie war die Anfahrt, wer hatte die Idee zum Shooting, worauf freut ihr euch? Aus solchen Kleinigkeiten erfahre ich mehr über euch als aus jedem Fragebogen.
Wenn die Anspannung verfliegt
Es gibt diesen einen Punkt, an dem aus einem Termin ein gemeinsamer Spaziergang wird. Manchmal kommt er nach fünf Minuten, manchmal erst nach zwanzig. Man erkennt ihn an Händen, die sich nicht mehr aneinander festklammern, und an einem Lachen, das nicht mehr vorsichtig klingt. Ich dränge da nichts, ich warte geduldig darauf – ehrlich gesagt ist das einer der wichtigsten Teile meines Jobs.
Die Sonne bestimmt den Fahrplan
Wann wir loslegen, hängt vom Sonnenstand ab. Mein Ziel ist fast immer, die letzte Stunde vor Sonnenuntergang mitzunehmen, etwa oben am Schlossberg mit Blick über die Dächer oder draußen zwischen den Reben am Tuniberg. Dieses warme, flache Licht lässt sich in der Bearbeitung nicht herbeizaubern – man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
Unterm Strich: Objektive und Kameras sind Werkzeug. Was ein Shooting trägt, ist das Gefühl, dass ihr einfach ihr selbst sein dürft.
Meine Vorbereitung fängt schon am Vortag an
Bevor ich in Efringen-Kirchen ins Auto steige und die rund 45 Minuten über die A5 nach Freiburg fahre, ist schon einiges passiert. Am Abend davor prüfe ich die Wettervorhersage, schaue nach, wann die Sonne untergeht, und überlege, wie das Licht am vereinbarten Ort fällt. Daraus ergibt sich unsere Route. An der Dreisam in der Wiehre mag ich es, wenn die tiefe Sonne zum Schluss durch die Uferbäume blitzt; zwischen den Reben am Kaiserstuhl und Tuniberg stelle ich euch lieber so, dass das Licht seitlich über die Hänge streift.
Danach packe ich meine Tasche: zwei Kameras von Sony, eine Handvoll lichtstarker Objektive – darunter das 85 mm und das Tamron 35–150 mm –, volle Akkus, frische Speicherkarten und ein kleiner Godox-Blitz. Den brauche ich bei Paar-, Familien- und Porträtterminen nur selten, weil ich am liebsten mit dem Licht arbeite, das gerade da ist. Er fährt trotzdem jedes Mal mit, denn kein Shootingtag verläuft exakt nach Plan.
Der Ablauf eines Shootingtags in fünf Etappen
Vom ersten Treffen bis zu euren fertigen Bildern – so sieht ein typischer Termin für Paare, Familien oder Porträts bei mir aus.
1
Ankommen und loslaufen
Nach der Begrüßung gehen wir einfach ein paar Schritte. Ich fotografiere schon nebenbei, ganz beiläufig. Viele merken davon kaum etwas, und genau so soll es sein.
2
Locker werden
Statt Posen gibt es kleine Aufgaben: aufeinander zugehen, euch etwas ins Ohr flüstern, gemeinsam über eine Brücke schlendern. Ab und zu dürft ihr einen Blick aufs Kameradisplay werfen.
3
Kulisse wechseln
Ein paar Meter reichen oft schon für ein ganz neues Bild: von der Gasse auf die Wiese, aus dem Schatten der Bäume ans Wasser. Eure Galerie wird dadurch abwechslungsreich, ohne dass wir lange fahren.
4
Goldene Stunde
Zum Schluss kommt der beste Teil. Ihr seid inzwischen entspannt, die Sonne steht tief und taucht alles in warmes Licht. Meist entstehen genau hier eure Lieblingsfotos fürs Wohnzimmer.
5
Auswahl und Bearbeitung
Zurück am Schreibtisch sichere ich zuerst alle Dateien doppelt. Dann suche ich die besten Aufnahmen aus und bearbeite sie einzeln. Fertig landen sie in einer privaten Online-Galerie, aus der ihr alles herunterladen könnt.
Was hinter der Kamera passiert, während wir plaudern
Während ich mit euch über den letzten Urlaub rede, läuft in meinem Kopf eine zweite Spur mit. Wo steht die Sonne gerade? Rollt da hinten eine Straßenbahn ins Bild? Hat der Wind eine Strähne quer übers Gesicht gelegt? Wenn ich euch bitte, einen halben Meter zur Seite zu rücken, steckt meistens ein Laternenmast oder ein Zweig dahinter, der sonst genau hinter eurem Kopf hervorragen würde.
Für einen spannenden Blickwinkel lege ich mich auch mal flach auf den Boden, hocke auf dem Kopfsteinpflaster der Altstadt oder steige auf eine Bank. Wenn ich abends mit dreckigen Knien heimfahre, war es meistens ein guter Tag.
Wolken, Niesel, Regen
Ein bedeckter Himmel macht mich nicht nervös. Die Wolkendecke verteilt das Licht gleichmäßig wie eine riesige Softbox, Haut wirkt dann besonders zart. Selbst feiner Nieselregen kann Bildern eine schöne Stimmung geben, gerade in den Gassen rund um Fischerau und Gerberau. Bei Dauerregen oder Sturm telefonieren wir aber und verlegen den Termin – schließlich soll niemand mit nassen Füßen und blauen Lippen vor der Kamera stehen.
Selbst gut vorbereitet sein
Wie ihr euch entspannt auf den Termin einstimmen könnt, habe ich im Ratgeber Entspannt ins Paarshooting zusammengefasst. Und welche Kleidung vor der Kamera gut funktioniert, steht im Beitrag zum passenden Outfit fürs Shooting.
Fragen rund um den Shootingtag
Für ein Paar-, Familien- oder Porträtshooting rechne ich mit ein bis zwei Stunden. Veranstaltungen begleite ich auch länger, ganz nach Absprache.
Klar. Zwischendurch drehe ich die Kamera gern mal um und zeige euch ein paar Aufnahmen. Das gibt vielen Sicherheit.
Überhaupt nicht, so geht es den meisten. Nach kurzer Zeit tritt die Kamera in den Hintergrund. Falls nicht, legen wir eine Pause ein und quatschen einfach weiter.
Graues Wetter ist kein Grund abzusagen, das Licht wird dann eher weicher und schöner. Nur bei anhaltendem Regen oder Sturm suchen wir zusammen einen Ersatztermin.
Ja, ich bin Fotograf und Videograf. Wenn ihr zusätzlich bewegte Bilder möchtet, sagt mir vorher Bescheid, dann plane ich das direkt mit ein.
Bereit für deinen eigenen Shootingtag?
Ob zu zweit, mit der Familie oder allein – erzähl mir, was dir vorschwebt, und wir planen deinen Termin in Freiburg.